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Thomas Plasgestorben am 8. Dezember 2024

Beitrag

Wenn Kinder ganz selbstverständlich über deinen Tod sprechen,
so leicht, so normal,
dass selbst Erwachsene plötzlich verstummen.

Und ich stehe dazwischen.
Zwischen ihrer Welt und meiner.

In meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken,
während sie einfach fragen.
Einfach erzählen.
Einfach verstehen wollen.

Andere dürfen in solchen Momenten sagen:
„Mir fehlen die Worte.“
Und es ist in Ordnung.

Aber ich?
Ich habe diese Wahl nicht.

Ich muss Worte finden.
Muss sie auffangen,
muss spüren, was sie gerade brauchen –
eine Antwort, eine Umarmung, Halt.

Und all das,
während in mir alles laut wird.
Während ich selbst am liebsten schreien würde.

Dein Tod kam einfach.
Ohne Vorwarnung.
Ohne Abschied.
Ohne Zeit, sich darauf vorzubereiten.

Du wolltest doch nur eine kurze Runde fahren.

Für die Kinder ist das nicht begreifbar .
Für mich ja schon nicht.
Wie auch?

Wie erklärt man,
dass jemand „bis gleich“ sagt –
und dieses „gleich“ nie wieder kommt?

Ich kann es ihnen nicht erklären.
Und also beginnen sie, sich ihre eigenen Antworten zu bauen.
Mit Fantasie.
Mit Vorstellungen.
Mit Fragen, die größer sind als ich.

Es sind diese Momente,
in denen mein Schmerz mich noch mehr als sonst einholt.
Roh. Ungefiltert.
So groß, dass ich das Gefühl habe, daran zu zerbrechen.

Und trotzdem bleibe ich stehen.

Ich atme.
Ich schlucke.
Ich funktioniere.

Für sie.

Ich halte sie,
während ich selbst keinen Halt habe.

Und dann – ganz plötzlich –
laufen sie wieder los ins Leben.
Lachen. Spielen. Streiten.
So, als wäre nichts gewesen.

Und ich bleibe zurück.

Mit der Stille danach.
Mit dem Raum, der sich öffnet,
sobald sie wieder unbeschwert sind.

Dann kommt alles.

Die Gedanken.
Die Bilder.
Der Schmerz.

Er breitet sich aus,
während ich ihnen dabei zusehe,
wie sie lachen.

Und in mir passiert etwas,
für das es eigentlich keine Worte gibt.

Dieses gleichzeitige Gefühl von
unendlicher Liebe
und unendlichem Verlust.

Leben und Zerbrechen –
im selben Moment.

Ich weiß bis heute nicht, ob ich es richtig mache.
Ich weiß nur, dass ich jeden Tag versuche, für sie da zu sein.

Aber Du fehlst trotzdem jede Sekunde so sehr.